Ein Schritt weiter raus
Manchmal muss man die eigene Gewohnheit verlassen, um anders zu sehen.
Für dieses Shooting mit Heidrun und Marvin wollte ich bewusst etwas ausprobieren. Weniger von dem, was mir automatisch liegt. Mehr Raum, mehr Umgebung, mehr Nähe zur Szene.
Normalerweise fotografiere ich sehr gerne zum 35-mm-Objektiv. Für mich ist es das perfekte Objektiv um zu dokumentieren. Hier war oft das 24er im Einsatz. Dadurch verändern sich die Bilder sofort: Die Umgebung wird wichtiger, Linien werden stärker, die beiden stehen nicht einfach nur vor einem Hintergrund – sie werden Teil davon.
Wir waren dafür an zwei Orten unterwegs: im Innenhafen Duisburg und später im Medienhafen Düsseldorf.
Backstein, Wasser, Glas, Beton. Zwei unterschiedliche urbane Räume, die trotzdem gut zusammenpassen.
Auch bei der Bearbeitung bin ich damals bewusst einen anderen Weg gegangen. Die Serie ist komplett mit einem Look entstanden, den ich zu dieser Zeit ausprobieren wollte – matter, erdiger und zurückhaltender als meine heutige Bearbeitung.
Heute ist es fast selbstverständlich geworden, dass eine fotografische Arbeit möglichst geschlossen aussieht. Gleiche Farben, gleiche Kontraste, gleiche Ästhetik – Bild für Bild, Serie für Serie, Instagram-Kachel für Instagram-Kachel.
Das ist einerseits schön. Es schafft Wiedererkennbarkeit.
Andererseits geht dabei manchmal etwas verloren.
Früher konnte man einen anderen Film einlegen und die Welt sah plötzlich anders aus. Heute fühlt sich schon ein anderer Look schnell wie ein Bruch an.
Nicht jedes Experiment muss zum neuen Standard werden.
Aber manchmal zeigt es einem, was noch möglich ist.
Für diese Veröffentlichung habe ich die Bilder nochmal an meinen Look angepasst.
















